Im Blickwinkel - Gedenkkultur-Abend zum Jubiläum „30 Jahre Friedliche Revolution“

Donnerstag, 7. November 2019, 19 Uhr, Saal / Lounge-Salon        (c) Foto: Jens Frederiksen

Eröffnet wird der Abend im Saal mit Musik des ostdeutschen Liedermachers und Dissidenten Stephan Krawczyk, gefolgt von einem Filmportrait über und mit Jens Frederiksen. Der dänische Fotograf präsentiert an diesem Abend in der Lounge seine umfangreiche Ausstellung „Übergänge“, die den Blick auf die deutsch-deutsche Teilung vor und nach der Maueröffnung wirft. Hauptaugenmerk ist die erste freie demokratische Wahl in der DDR im März 1990.
Ein übergreifender Vortrag des Historikers, Autors und ehemaligen Direktors des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, Prof. Dr. Rainer Eckert, wird den Blickwinkel auf den gesamtdeutschen Umbruch beleuchten.
Wir werfen außerdem den Blick auf das damalige lokale Geschehen in Potsdam und Umland. Gezeigt wird erstmals im Treppenhaus des AWO Kulturhauses eine Fotoausstellung, die durch einen Aufruf zur Bürgerbeteiligung entstanden ist. Diese Fotografien und weitere Zeitzeugnisse lassen die Geschehnisse um 1989 mit Blick auf Potsdam und Babelsberg mit Anekdoten von Annette und Stephan Flade im Interview Revue passieren.
Wünschenswert wäre, dass der Abend zum Austausch und zur Diskussion beiträgt. Die Besucher erhalten die Möglichkeit, sich durch diese Veranstaltung verschiedene Blickwinkel der damaligen politischen Ereignisse überregional und regional anzueignen. Dieser Abend bildet außerdem den Auftakt einer Veranstaltungsreihe, die mit interessanten Angeboten im Jahr 2020 unter dem gleichen Thema fortgeführt wird.
Zu den Ausstellungen wird es einen Katalog geben, der den Portraitfilm mit und über Jens Frederiksen beinhaltet.

*Das Projekt wird gefördert von der Brandenburgischen Landeszentrale für Politische Bildung. 

Eintritt frei

Die Mitwirkenden im Detail:

Zur Ausstellung und zum Fotografen Jens Frederiksen:
"Übergänge" – eine Ausstellung des dänischen Fotografen Jens Frederiksen
Über seine Bilder sagt er: "Ich war schon oft in Berlin, aber mein Besuch im Frühjahr 1990 war etwas ganz Besonderes. Es war in der kurzen Zeit zwischen dem Mauerfall und der deutschen Wiedervereinigung, in der nichts war wie früher und niemand wusste was.... Neue Übergange waren eingerichtet worden, man musste nur Ausweise vorweisen, um die Grenze zu überschreiten und zahlreiche Löcher in der Mauer hatten die berüchtigte "Todeszone" frei zugänglich gemacht. Bei der Wahl am 18. März 1990 konnte man in Ostberlin das erste Mal seit fast 50 Jahren offen und ohne Risiko über Politik diskutieren, nach seinen Überzeugungen stimmen und sich auf das Wahlergebnis verlassen. Meine Fotografien aus dieser Zeit zeigen Orte und Stimmungen, die plötzlich entstanden waren und nur wenige Monate existierten. Die Ausstellung „Übergange“ sind die Momentaufnahmen von etwas, das unwirklich wirkte für die, die es erlebten, fast traumhaft."
Jens Frederiksen (* 1951), Architekt und Fotograf, hat zahlreiche Bücher über Architektur, Kunst und Design illustriert, ausgestellt und mehrere Jahre an der School of Architecture in Kopenhagen unterrichtet.

Ausstellungszeitraum: 7.11. 2019 – 26.01.2020
Besichtigung Mo-Do 13-17 Uhr, außer bei Vermietungen, Voranmeldung für Gruppen: 0331-70 49 262
Eintritt frei

Zum Referenten Prof Dr. Rainer Eckert:
Der gebürtige Potsdamer, Historiker, Autor und Politikwissenschaftler Prof. Dr. Rainer Eckert wurde zu DDR-Zeiten wurde wegen staatsfeindlicher Hetze politisch verfolgt und an der Humboldt-Universität mit „Haus- und Berlinverbot“ belegt. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften, erstellte Gutachten u.a. zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Er wirkt in zahlreichen Gremien und Verbänden mit und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. das Bundesverdienstkreuz am Bande. Er war Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig.

Annette und Stephan Flade aus Potsdam und Babelsberg im Gespräch:
Das Ehepaar Annette und Stephan Flade (beide ehemalige Pfarrer) sind die lokalen Zeitzeugen für das Thema dieser Veranstaltung und können mit Informationen aus erster Hand dienen. Beide waren in der Friedensbewegung vor 1989 aktiv und gehören zu den ersten bedeutsamen Bürgerrechtlern der Zeit, die die friedliche Revolution in Potsdam mit bewirkten.

Musiker und Dissident Stephan Krawczyk:
Der Musiker, Gitarrist, Sänger und Dissident Stephan Krawczyk wird die Veranstaltung inhaltlich und musikalisch mit seinen Liedern bereichern. Seine unglaubliche Lebensgeschichte wurde bereits von Torsten Sasse für die ARD verfilmt. Er war mit der Regisseurin und Bürgerrechtlerin Freya Klier (bekannt auch durch den Film: Die verriegelte Zeit) verheiratet. In der DDR erhielt Krawczyk Berufsverbot, war Insasse im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, ist einem Mordanschlag entkommen und 1988 ausgebürgert worden. Nach dem Mauerfall engagierte er sich mit Bettina Wegner im Bundestagswahlkampf für die Kandidatur von Stefan Heym. Seine Lieder und im Gespräch über seine bewegenden Lebensmomente wird dem Publikum hautnah eine Realität vermittelt, die er am eigenen Leib erfahren musste.

Den Aufruf zur Bürgerbeteiligung mit Fotomaterial finden Sie HIER .

Weiterführende Links zu dem Thema:

www.mauerfall-berlin.de

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